Beschreibung

Burgtheater Wien
Die letzten Zeugen
Theatervideo, 2013 – 2015

Regie: Doron Rabinovici, Matthias Hartmann
Zeitzeugen: Lucia Heilman, Vilma Neuwirth, Suzanne-Lucienne Rabinovici, Ceija Stojka, Marko Feingold, Rudolf Gelbard, Ari Rath
Schauspieler: Mavie Hörbiger, Dörte Lyssewski, Peter Knaack, Daniel Sträßer
Bühne: Volker Hintermeier
Licht: Peter Bandl
Video: Anna Bertsch, Moritz Grewenig, Florian Gruber, Markus Lubej
Kostüme: Lejla Ganic
Dramaturgie: Andreas Erdmann
Einrichtung: Matthias Hartmann

Die letzten Zeugen ist ein Zeitzeugenprojekt zur Shoah von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann im Wiener Burgtheater. In Anwesenheit von sechs Überlebenden des Holocausts lasen Burgschauspieler deren Erinnerungstexte, gegen Ende des Abends traten die betagten Zeitzeugen an die Rampe und sprachen einige persönliche Worte. Im zweiten Teil des Abends konnte das Publikum in drei Foyerräumen an jeweils zwei Zeitzeugen Fragen richten. Die Premiere fand am 20. Oktober 2013 statt – anlässlich des 75. Jahrestags des Novemberpogroms 1938. Die Produktion wurde 2014 zum Berliner Theatertreffen, ans Staatsschauspiel Dresden und ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, sowie 2015 ans Schauspiel Frankfurt eingeladen.

Das Projekt stellt eine Mischform aus dokumentarischem Theater, Leseinszenierung und Ehrung dar. Die starke physische Präsenz von Alter und Schicksal einerseits, die Authentizität der sechs Überlebenden der Shoah andererseits sollen beim Zuhörer, der zugleich Zuseher – i.e. Betrachter der Gesichter in vergrößerten Videoaufnahmen und der eingespielten historischen Fotografien – ist, zu einem kathartischen Erleben führen. Schlichtheit der Inszenierung und ihre Schnörkellosigkeit verdichten zugleich den Schrecken über die historischen Ereignisse und die individuelle Empfindung, einem Prozess des Erhabenen beizuwohnen.

„Ein würdevoller, bewegender und aufwühlender Abend, abseits wohlfeiler Betroffenheitstheatralik.“
(Deutschlandfunk)

„Die Schlichtheit dieser Inszenierung liess die Wucht des Erzählten voll zur Geltung kommen.“
(Neue Zürcher Zeitung)

„Das Burgtheater wäre keine Staatsbühne, wenn dort die Österreicher nicht etwas über sich selbst erfahren würden. Und so ist der Abend auch eine kathartische Übung, die das Publikum mit angehaltenem Atem über sich ergehen lässt.“
(Die Welt)

“Ein kluger, großer, unverzichtbarer Abend.“
(Der Standard)

„Tief bewegend waren die Erinnerungen an Todesangst und Niedertracht, an große und kleine Heldentaten, an das vielfache Zusammenwirken von Mut und Glück, Schicksal und Zufall, das nötig war, immer wieder aufs Neue dem Tod zu entkommen. Entsetzliche Geschichten, die einem immer wieder den Atem nahmen.“
(oe24.at)

„Ein berührende[r] Erinnerungsabend.“
(Der Neue Merker)

„Man selbst ist im Theatersessel gesessen und hat bald schreien wollen.“
(Nachtkritik)